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Griechenland – Update bis 11. Januar

anarchist 11.01.2009 21:43 von http://de.indymedia.org/2009/01/239052.shtml

Griechenland update
über 100 vorläufige Festnahmen am 9.10. in Athen, Demonstrationen in vielen Städten, Syndikalistin auf einem Auge blind, Gewerkschaftszentrale in Ioánnina besetzt, am 17.01. landesweite Demo in Lárissa für die Freilassung aller Gefangenen.
Am Bildungsaktionstag, dem 9.1. wurden auf der Großdemonstration in Athen über 100 Personen vorläufig festgenommen. Unter ihnen auch 16 AnwältInnen, die sich um die Festgenommenen kümmern wollten. Auffällig war das extrem brutale Vorgehen der Polizeitruppen. z.B. wurde ein Demonstrant der schon verletzt und mit Kopfverband aus einem Krankenhaus kam, noch im Eingangsbereich erneut zusammengeschlagen. Auch Kamerateams wurden von MAT-Einheiten angegriffen.
Demonstrationen fanden außer in Athen noch in Thessaloníki (wo es ebenfalls zu Auseinandersetzungen kam), Pátras, Ioánnina, Vólos, Chaniá, Lárissa u.a. Städten statt.

Der in der Nacht zum 23.12. verletzten Syndikalistin Constantina Cuneva geht es nach wie vor schlecht. Nach Informationen von GenossInnen hat sie auf einem Auge ihre Sehkraft komplett verloren. Sie leidet noch immer unter schweren Atembeschwerden und hat nicht näher definierte Probleme mit inneren Organen. Die Gewerkschaftszentrale in Thessaloníki ist nach wie vor besetzt. Aus Solidarität mit Cuneva wurde am 9.1. ebenfalls das Gewerkschaftshaus in Ioánnina besetzt. Am 10.1. zerstörten solidarische Menschen das Büro der Firma OIKOMET, dem Reinigungsunternehmen bei dem Cuneva arbeitete. Die Geschäftsführung von OIKOMET wird allgemein als verantwortlich für den Mordanschlag auf Cuneva angesehen. Zur finanziellen Unterstützung der Syndikalistin bitte unter www.fau.org nachsehen.

In Vollversammlungen wurde an ersten Universitätsfakultäten und Schulen die Wiederaufnahme (und die Weiterführung) der Besetzungen beschlossen. An anderen Fakultäten – vor allem mit Mehrheiten von konservativen Studentenverbänden oder starken KP-Fraktionen – stimmte die Mehrheit der Studierenden für Unterricht. Wie sich die Lage entwickeln wird ist momentan noch nicht einschätzbar. In der nächsten Woche werden weitere Vollversammlungen stattfinden.

Unterdessen mobilisieren anarchistische, antiautoritäre und linksradikale Gruppen für eine zentrale Demonstration zur Freilassung aller Dezember-Gefangenen in Lárissa am 17.01. Die Zentralgriechische Stadt Lárissa wurde deshalb gewählt, weil dort 16 Verhaftete des Dezember nach dem so genannten Antiterrorgesetz angeklagt wurden.

Am 7.1. hat Regierungschef Karamanlís eine Kabinettsumbildung verkündet. 4 Minister und drei Staatssekretäre wurden ausgewechselt, in diversen anderen Ministerien wurde wild rotiert. Die als Befreiungsschlag gedachte Kabinettsumbildung ändert natürlich nichts am reaktionären Program der Regierung. Die Opposition fordert nach wie vor Neuwahlen, die Bewegung „weg mit der Mörderregierung!“

Athen: Demonstration von der Polizei angegriffen

alle-xis 09.01.2009 17:40 von http://de.indymedia.org/2009/01/238840.shtml

Brutale Angriffe der Polizeeinheiten auf DemoteilnehmerInnen, JournalistInnen, RechtsanwätInnen.
Demo von etwa 20.000 in Athen brutal angegriffen.

Während der heute Mittag stattgefundenen ersten Demo von SchülerInnen und studentInnen im neuen Jahr in Athen wurden 15 Rechtsanwälte die versuchten juristische Hilfe anzubieten, an ihrer Arbeit gehindert und festgenommen!
Mindestens zwei Journalisten wurden verletzt, mehrere andere an ihrer Arbeit gehindert und festgenommen.
Sogar Krankenwagenpersonal das Verletze abtransportieren wollte, wurde von der Polizei angegriffen und verletzt.
Zwei verletze die aus dem Krankenhaus entlassen wurden, sind von der Polizei nochmal einmal angegriffen und verletzt wurden.
Momentan sammeln sich Vertreterinnen der Journalisten Union, der Lehrergewerkschaft und der Rechtswanwaltsvereinigung zusammen mit viele DemonstrantInnen vor der Polizeizentrale GADA, wohin die Festgenommenen gebracht wurden.

http://www.athens.indymedia.org/

Zu den Schüssen auf Riot Cops in Athen

ratz collective 06.01.2009 11:51 von http://de.indymedia.org/2009/01/238544.shtml

Hier kommt eine Übersetzung eines Postings von Indymedia Athen vom Tag nach den Schüssen auf die Bullen vor dem Kulturministerium. Wir teilen die Ansicht der Genossinnen, die den Text für Infoshop.org übersetzt haben: Ohne in die aufgestellte Falle zu tappen, sich nun von ALLER Gewalt zu distanzieren zu sollen spricht der Text darüber, wie der Staat diese Attacke zu nutzen vermag und wie die Sache von vielen Genoss_innen in der anarchistischen und weiteren antagonistischen Bewegung in Griechenland aufgenommen wird:
Athen: Waren die Schüsse auf den Riot Cop vom Staat choreographiert?

Der griechische Staat scheint einige seiner ältesten und dreckigsten Tricks rauszukramen, um wieder in die Offensive zu kommen. Zum Glück verfügt die Bewegung über eines der wertvollsten Vermögen – ein kollektives Gedächtnis. In den USA nannten sie es COINTELPRO, in Italien Strategie der Spannung, hier sind es einsame Schützen die von (tatsächlich: auf) genau den Räumen haraus schießen, die wir zu verteidigen suchen. Kein Vergeben, kein Vergessen, ihr werdet uns nicht einschüchtern…

Gegen 3 Uhr morgens wurde am 5.1.09 im Athener Bezirk Exarchia auf eine Einheit Riot Cops geschossen, die vor dem Kultusministerium postiert waren. Sie sprechen von mehr als 20 Patronen und einer Handgranate. Der verletzte Bulle sei, so sagen sie, nur von seinem Mobiltelefon gerettet worden, das die Kugel verlangsamt habe, welche seine Brust traf.

Unser erster Gedanke war, dass keine Person, die Teil unserer Bewegung ist – egal wie wütend sie ist oder wie sehr sie die Taktiken der Stadtguerilla unterstützt – sich ausgerechnet den, in den letzten Tagen buchstäblich unter Besatzung der Polizei stehenden, Bezirk Exarchia aussuchen würde, um solch eine Attacke auszuführen und anschließend sicher zu entkommen.

Daher können wir es nicht als Zufall ansehen, dass Massenmedien, Politiker_innen und ihre Lakaien eine Athmosphäre aufgebaut haben, dass irgendeine dynamische Racheaktion unmittelbar zu erwarten sei. Wir können die Möglichkeit natürlich nicht ausschließen, dass so was passiert – aber wir sind nicht so dumm zu glauben, dass es in Exarchia passiert, oder wie das Mal zuvor [die Schüsse auf den Polizeibus einige Tage vorher, anm.ü.] vom Unicampus Zografou aus. Der Staat hatte über sein mediales Sprachrohr die öffentliche Meinung schon auf eine „bevorstehende“ Aktion gegen die Polizei vorbereitet. Die Auswahl des Angriffsortes (das Kultusministerium in Exarchia) hat ihnen irgendwie die Suppe versalzen: Ein Angriff in dieser schwerstüberwachten Gegend verweist ganz klar auf Angreifer_innen, die nur vom Staat selbst kommen können. Es ist nicht der Rede wert festzustellen, dass diese Leute keine Skrupel haben, einen der ihren zu erschießen – darüber brauchen wir nicht nachdenken: Menschenleben bedeuten ihnen nichts.

Die Aktion zeigt, dass sie versuchen das gesellschaftliche Klima zu neutralisieren, das durch die kaltblütigen Ermordung von Alexis Grigoropoulos entstanden war, und es wieder zu schaffen, dass die Leute Mitleid mit der Polizei haben – die im Moment auf der Strasse so ziemlich für alles was sie tun bespuckt werden. Zur gleichen Zeit versuchen sie eine Atmosphäre der Gewalt und des Terrorismus zu schaffen für alle, die weiterhin auf alle möglichen Arten Widerstand leisten.

Die Wahl Excharchia, die unter den gegebenen Umständen keine bewaffnete Gruppe je treffen würde, stellt die notwendigen Assoziationen in den Köpfen der Gesellschaft her; sie befreit die Hände der Bullen und Richter für Verdächtigungen und Gewalt gegen das Soziale an sich… all das im Angesicht von grassierender Erwerbslosigkeit und Wirtschaftskrise.

Bereits jetzt gab es 75 Verhaftungen, viele Übergriffe der Polizei auf Bewohner_innen und Passant_innen in Exarchia und Hausdurchsuchungen – wie praktisch für sie.

Es kommen merkwürdige Tage auf uns zu; vor einer Weile hat die Regierung die Kontrolle verloren und antwortet nun mit voller Gewalt einer Art, auf die sie nahezu das Monopol hat.

Einer Gewalt außer Relation, die sich Mollies und Steinen gegenübersieht und mit Tonnen von chemischem Gas und Kugeln aus Plastik und Metall antwortet, die den wild Revoltierenden mit voll ausgerüsteten, militärisch ausgebildeten staatlichen Einheiten gegenübertritt.

Dem vorgesehenen Rechtsruck der Regierung (nicht, dass sie nicht ohnehin rechts gewesen wäre, doch rückt ihr konservativer Kern weiter zur extremen Rechten, die Rhetoriken und Taktiken der Repression werden härter) kann nur durch massenhafte Demonstrationen und gemeinsames Vorgehen gegen den Staatsterror begegnet werden. Mit den Antworten und Schlachten der Strasse, mit massenhaft Barrikaden. Mit politischen Worten, die von den Menschen und ihren Bedürfnissen sprechen; dass sie Herr_innen ihrer selbst sind, dass sie sich nur wegbewegen brauchen von der autoritären Führung der politischen Parteien, die das dringende Bedürfnis nach Befreiung von den Einschränkungen durch Staat, Vaterländer und Kapitalismus ignorieren.

Ohne übereilte Aktionen aber mit Blick in die unmittelbare Zukunft müssen wir in unseren öffentlichen Versammlungen Ideen und Vorschläge entwickeln, damit die Selbsorganisierung der Leute von unten sichtbar und möglich werden kann, dass sie leben kann – genau so, wie es viele von uns während der Dezemberrevolte erfahren haben.

Es gibt keinen anderen Weg – sonst schlagen sie uns nieder, einen nach dem anderen.

Wie sie wieder mal bewiesen haben, sind sie skrupellos.

Quelle: http://www.occupiedlondon.org/blog/

Inhaltliche Ergänzungen gibt es auch noch in den Kommentaren zum indy-Artikel

Gewerkschaftszentrale in Thessaloniki besetzt

anarchist 31.12.2008 17:21 von http://de.indymedia.org/2008/12/237811.shtml
AktivistInnen haben aus Solidarität mit der bei einem Säureanschlag schwer verletzten unabhängigen Gewerkschafterin Constantina Cuneba die Gewerkschaftszentrale in Thessaloniki besetzt.

allgemeines update zu Griechenland
AktivistInnen in Thessaloniki besetzten am 30.12. das Gewerkschaftshaus. In einer Erklärung fordern sie die Aufklärung des Säureanschlags auf Constantina Cuneba und die Bestrafung der Täter und ihrer Auftraggeber. Auch gegen den Gewerkschaftsdachverband GSEE werden schwere Vorwürfe erhoben.

Auf riesigen Transparenten an der Forderfront des Gebäudes heißt es: „Ihre Gewinne – unser Blut, Generalstreik! Alle auf die Straße“ und „Kein Vertrauen in GSEE und Parteien – Selbstorganisierung in den Syndikaten – Dauerstreik jetzt!“

Täglich um 19 Uhr finden Vollversammlungen statt. Die Arbeit der einzelnen Syndikate im Haus werde nicht behindert, einzig das GSEE-Zentralbüro sei bis auf weiteres geschlossen, betonen die BesetzerInnen.

Zur Unterstützung von Constantina werden noch immer dringend Spendengelder benötigt! Die FAU sammelt diese in Absprache mit GenossInnen in Athen! (siehe www.fau.org)

Ansonsten – kurzes update Griechenland

Auch zwischen den Jahren köchelt der Aufstand weiter. Vor allem in Kleinstädten – Náfplio, Komotiní, Iráklion, Kozáni, Xánthi, Kabála, Lárissa, Agrínio, Árgos, Kalamariá und vielen anderen finden täglich kleinere Aktionen, Kundgebungen, Besetzungen von Radiosendern und Rathäusern statt.
In Ioánnina wurde der Wagen eines Staatssekretärs abgefackelt … Die örtliche Bevölkerung wird über Megaphon und Flugblätter informiert und dazu aufgefordert sich den Protesten anzuschliesen.
„Gegen den Kosumterror“
Diverse Weihnachtsbäume auf den zentralen Plätzen gingen in Flammen auf, der verkaufsoffene Sonntag am 28.12. wurde in Athen durch Geschäftsblokaden behindert.
Noch wenige Hochschulfakultäten und Oberstufengymnasien halten die Besetzungen aufrecht. Die meisten haben „zwischen den Jahren“ die Mobilisierung zurückgestellt und für den 5. 6. und 7. Januar zu neuen Vollversammlungen aufgerufen.
Am 9.Januar findet ein landesweiter Bildungsaktionstag mit Großdemonstrationen in allen größeren Städten statt.

Besetzung der Athener Verkehrsgesellschaft

merry crisis and a happy new fear 27.12.2008 23:34 von http://de.indymedia.org/2008/12/237473.shtml

Besetzung der Athener Verkehrsgesellschaft (ISAP) am 27.12. in Athen – als Antwort auf Saeure Anschlag an Gewerkschafterin.

Gegen 13 Uhr besetzten rund 100 AnarchistInnen und andere linke und linksradikale Personen die Zentrale der Athener Verkehrsgesellschaft (ISAP), (vergleichbar der BVG in BERLIN) um gegen den Saeure-Angriff auf die Gewerkschafterin Constandina Couneva vom 23.12.08, den miesen Arbeitsbedingungen des Subunternehmens IKOMET, der Couneva beschaeftigt und der ISAP, die Subunternehmen wie IKOMET mit der Reinigung ihrer U-Bahnhoefe beauftragt, zu protestieren.
Athen, 27.12.2008
Besetzung der Athener Verkehrsgesellschaft (ISAP) am 27.12. in Athen – als Antwort auf Saeure Anschlag an Gewerkschafterin.

Gegen 13 Uhr besetzten rund 100 AnarchistInnen und andere linke und linksradikale Personen die Zentrale der Athener Verkehrsgesellschaft (ISAP), (vergleichbar der BVG in BERLIN) um gegen den Saeure-Angriff auf die Gewerkschafterin Constandina Couneva vom 23.12.08, den miesen Arbeitsbedingungen des Subunternehmens IKOMET, der Couneva beschaeftigt und der ISAP, die Subunternehmen wie IKOMET mit der Reinigung ihrer U-Bahnhoefe beauftragt, zu protestieren.

An der Aussenfassade wurde zwei Transparente mit der Aufschrift “Stop dem Terror der Arbeitgeber“ und “Wenn sie sich mit einem von uns anlegen – legen sie sich mit allen von uns an” angebracht waehrend auf der Strasse und ueber Indymedia das Flugblatt der BesetzerInnen, des “ Solidaritaets-Plenums fuer Constandina Couneva” verteilt wurde.
Zur Zeit tagt ein Plenum der BesetzerInnen. So berichtete u.a. eine Mitarbeiterin von Couneva von den beschissenen Arbeitsbedingungen fuer die aus Griechenland, Bulgarien und Bangladesch beschaeftigten Arbeiterinnen bei IKOMET.
Die Besetzung wird auf jeden Fall ueber Nacht dauern.
Am Sonntag, den 28.12.08 wird es um 15.00 UHR eine Demonstration vom besetzten ISAP-Gebauede zum Evagelismos-Krankenhauses, wo Constandina liegt, geben. Ueber weitere Aktivitaeten wird zur Zeit beraten. Die Bullen sind bisher nicht aufgetaucht.

Es folgt das heute verteilte Flugblatt der BesetzerInnen, das den Fall Couneva und vorherrschenden Arbeitsverhaeltnisse der Firma IKOMET genau erklaert.:

Solidaritaet mit Constandina Couneva

“Wenn sie sich mit einem von uns anlegen – legen sie sich mit allen von uns an”

Wir haben heute am 27.12.2008 die Zentrale der Athener Verkehrsgesellschaft ISAP besetzt. Wir verstehen dies als erste Antwort auf den nahezu moerderischen Schwefelsaeure-Anschlag auf Constandina Couneva vom 23.12.2008, als sie sich nach Arbeitsende auf dem Heimweg befand.
(Bei dem Angriff auf offener Strasse wurde der Bulgarin Constandina Couneva Schwefelsaeure ins Gesicht und den Koerper von Unbekannten gesprueht.)

Constandina befindet sich zur Zeit auf der Intensivstation des Evagelismos-Krankenhauses in Athen. Ihre Seh- und Atmungsorgane sind schwer beschaedigt. (Die Wahrscheinlichkeit, dass sie auf einem Auge nicht mehr sehen wird, ist sehr gross und ihr Gesicht zeigt deutliche Spuren der Veraetzung)

Wer ist Constandina und warum wurde sie attackiert ?
Constandina ist eine von vielen Hunderten von MigrantInnen und ArbeiterInnen, die seit Jahren als Reinigungskraefte ueber Subunternehmen fuer die ISAP beschaeftigt sind. Sie ist Generalsekretaerin der Pan-Athenischen Gewerkschaft fuer RaumpflegerInnen in oeffentlichen und privaten Haushalten. Und sie hat sich sehr intensiv fuer die Rechte der ArbeiterInnen engagiert.
Erst vorherige Woche gab es einen erneuten Arbeitskonflikt mit der Firma IKOMET im Zusammenhang mit der Forderung nach dem 13.Monatsgehalt fuer sich und andere Arbeiterinnen.
Ihre Mutter, die ebenfalls in der Firma beschaeftigt war, wurde gekuendigt und sie selbst wurde an einem anderem Arbeitsort, nach Maroussi in Athen, strafversetzt.
Nachdem sie gegen die Kuendigung ihrer Mutter und ihrer eigenen Strafversetzung Klage eingereicht hat, wurde fuer den 5.Januar 2009 eine Treffen der Schiedskommision zwischen der Gewerkschaft und der Firma IKOMET anberaumt, um in diesem Arbeitskonflikt zu schlichten.

All dies ist nichts neues und uns wohlbekannt, was die Arbeitsbedingungen von MigrantInnen und Reinigungskraeften anbelangt( dazu gehoeren: gebrochene und gefaelschte Vertraege, Zu spaet – oder Nichtbezahlung der Loehne oder der Ueberstunden, fehlende Krankenversicherung und Beschaeftigung von MigrantInnen mit prekaerem Aufenthalsstatus).
Diese allseits bekannten Praktiken, vom griechischen Staat geduldet und unterstuetzt etablieren mittelalterliche Arbeitsverhaeltnisse.

IKOMET ist eine grosse Zeitarbeitsfirma, die Griechenlandweit operiert und Reinigungspersonal auch an andere Firmen weiterverleiht. Der Chef des Subunternehmens IKOMET, Nikitas Ikonomakis, der zugleich ein hohes PASOK-Mitglied ist, gibt an, offiziell 800 Arbeitnehmerinnen zu beschaeftigen, waehrend die Arbeiterinnen nach eigener Schaetzung von bis zu 3000 Beschaeftigten ausgehen. Allein im letzten Jahr haette sich die Zahl mehr als verdoppelt. Die Arbeiterinnen werden bei IKOMET gezwungen Blanko-Vertraege zu unterzeichnen, die sie nie zu Gesicht bekommen. Sie arbeiten bis zu 6 Stunden , bekommen aber nur 4, 5 Stunden bezahlt, damit sie in der Gesamtrechnung des Unternehmens unter dem steuerfreien Betrag liegen. (Aehnlich den Jobs auf 400 Euro/Basis). Sie werden am Arbeitsplatz terrorisiert, (sexuell belaestigt, wie eine Arbeiterin heute auf dem Plenum der BesetzerInnen erklaerte), gefeuert, strafversetzt und genoetigt und gezwungen, Kuendigungen zu unterschreiben. So wurde zum Beispiel eine Arbeiterin bei IKOMET fuer 4 Stunden von den Arbeitgebern in den Firmen-eigenen Raeumen als Geisel festgehalten, bis sie ihre eigene Kuendigung unterschrieb.

Der Chef des Unternehmens gruendete eine eigene von der Firma kontrollierte Gewerkschaft um die Arbeitnehmerinnen zu manipulieren und je nach Belieben anzustellen und zu feuern, um damit die Kommunikation und Organiserung der Arbeiterinnen zu unterbinden. (Die vom Unternehmen selbst gegruendete Gewerkschaft fungiert hier somit als “willfaehriges Instrument des Unternehmens”)

Wie ist die Beziehung zwischen ISAP und IKOMET ?
IKOMET hat Auftraege von ISAP und anderen oeffentlichen Institutionen erhalten, weil sie als Unternehmen ein billigeres Gesamtpaket als andere anbieten konnten, das heist eine hoehere Ausbeutung der Arbeiterinnen garantieren.
ISAP weiss um die miserabelen Arbeitsbedingungen und ist dafuer verantwortlich.
In der Vergangenheit wurde ISAP schon mehrmals von der Pan-Athenischen Gewerkschaft fuer RaumpflegerInnen in oeffentlichen und privaten Haushalten eben wegen genau dieser Arbeitsbedingungen verklagt.

Dieser moerderische Angriff auf Constandina laesst sich als Rache- und Abschreckungsmassnahme charaktersieren. Das Ziel ist nicht zufaellig. Sie ist Frau, Migrantin, alleinerziehende Mutter eines minderjaehrigen Sohnes und engagierte Gewerkschafterin- deshalb schien sie fuer die Arbeitgeber angreifbar und verletzbar.
Die Art und Weise des Angriffes war nicht zufaellig. Sie zeugt von Praktiken mittelalterlicher Rache und Bestrafung.
Der Zeitpunkt war nicht zufaellig. Waehrend die Medien, die Kirche, die Unternehmen und Gewerkschaftsbosse versuchen die Ermordung des 15 jaehrigen Alexis als Querschlaeger zu rekonstruieren und die darauffolgende “soziale Explosion” unterminieren und herunterspielen, schien der Angriff auf Constandina unterzugehen und nicht von so grosser Bedeutung zu sein.
Der moerderische Angriff auf Constandina war sorgfaeltig geplant. Constandina ist eien von uns. Ihr Kampf fuer Wuerde und Solidaritaet ist auch unser Kampf.
Der Angriff auf Constandina hat uns alle getroffen.

Wir erinnern an rassistische Pogrome, Abschiebegefaegnisse und Fluechtlingsknaeste, an Buergerwehren und parastaatliche Einheiten, an Arbeitsunfaelle an Arbeitsplaetzen, an Kuendigungen, an miese Arbeitsbedingungen, an staatliche Morde, an Anklagen und an die Kriminalisierung des Widerstandes und der Terrorisierung im Alltag.
All dieses zeigt den langen Weg des sozialen Kampfes und des Klassenkampfes.

In unserem Herzen flutet Trauer und Wut
Und es kommt uns nur eines ueber die Lippen :

Die Moerder werden bezahlen
Der Arbeitgeber-Terror wird ein Ende haben

Wir rufen zu einer oeffentlichenh Versammlung im ISAP- Gebaeude um 20.00 Uhr auf

Solidaritaets-Plenum Constandina Couneva 27.12.2008 Athen

Die in Klammern hinzugefuegten Erlaueterungen erfolgten von dem UebersetzerIn-Team zum besseren Verstaendnis des Gesamtzusammenhangs oder der aus Gruenden der Aktualisierung.

Fuer mehr Infos : siehe die Webseite der BesetzerInnen des IZAP-Gebaeudes-Athen

http://katalipsihsap.wordpress.com