Ein Aufruf aus Griechenland zur internationalen Solidarität

Eine Bande an Politikern und Jornalisten schwärmen herum und versuchen
sich unsere Bewegung zu nutze zu machen und ihr ihre eigne Rationalität
aufzudrängen. Sie sagen, dass wir rebellieren, weil unsere Regierung
korrupt ist oder weil wir mehr Geld und mehr Arbeit von ihr bekommen
wollen. Falsch.
Wenn wir Banken zerstören, dann darum, weil wir in ihrem Geld einen
Hauptgrund unserer Traurigkeit erkennen. Wenn wir die Schaufenster der
Läden zertrümmern, ist es nicht weil das Leben teuer ist, sondern weil
uns die Güter selbst am Leben hindern, unabhängig von ihrem Preis.
Wenn wir die polizeilichen Formationen angreifen, dann nicht nur um
unseren toten Kameraden zu rächen, sondern weil sie zwischen der Welt
und der Welt, wie wir sie uns wünschen, immer ein Hindernis sein werden.
Bild: Athen

Wir wissen, dass der Moment gekommen ist, indem wir strategisch denken
müssen. In diesen imperialen Zeiten, ist es uns klar, dass unser
Aufstand sich ausbreiten muss, um siegreich zu werden, zumindest auf
europäischem Niveau. Wir haben andere Bewegungen gesehen und von ihnen
gelernt: von den Gipfeltreffen IMF-G7, die auf globalem Level
beantwortet wurden, von den rebellierenden Studenten, von den
innerstädtischen Strassenkämpfen in Frankreich, von der Anti-TAV
Bewegung in Italien, von der Kommune von Oaxaca, von den Unruhen in
Montreal.
Von der Verteidung zur Offensive, wie die die in Ungdomshuset, in
Kopenhagen, sich wehren, wie die die die nationalistisch-republikanische
Zusammenkunft in den USA boykottieren…. eine lange Liste die immer
weiter läuft.

Genährt durch die Katastrophe sind wir Kinder aller Krisen, der
Politischen, Sozialen, Ökonomischen, Ökologischen. Wir wissen, dass
diese Welt bereits tot ist. Dass man verrückt sein muss, sich an ihren
Ruinen festzuklammern. Dass die einzige vernünftige Möglichkeit darin
liegt, sich selbst zu organisieren.
Hieraus wird auch die vollständige Ablehnung jeglicher Politik der
Parteien und Organisationen offensichtlich, da sie Teil der alten Welt
sind. Wir sind die schlecht behandelten Kinder dieser Gesellschaft und
wir wollen nichts von ihr. Das ist die letzte Sünde, die sie uns nie
verzeihen wird. Hinter den schwarzen Schaals, sind es wir, ihre Kinder.
Und wir haben uns organisiert.

Wir könnten niemals soviele Anstrengungen unternehmen, um das Materielle
dieser Welt zu zerstören, ihre Banken, ihre Supermärkte, ihre
Polizeistationen, wenn wir nicht wüssten, dass wir dadurch ihre
Metaphysik, ihre Ideale und Ideen und ihre Rationalität untergraben.
Die Medien beschrieben das Geschehene letzte Woche als einen Ausbruch
des Nihilismus. Was sie sich nicht zu sagen trauen ist, dass wir in dem
selben Prozess, diese Realität zu überfallen und zu vernichten, eine
höhere Gemeinschaftsform ausprobieren. Eine Gemeinschaft der
Mitbestimmung, eine höhere Form der spontanen und fröhlichen
Organisation in der die Basis für eine andere Welt gelegt wird.
Manche mögen sagen, dass unsere Revolte an ihre eignen Grenzen stossen
wird, aus dem einfachen Grund, dass sie nur Zerstörung schafft. Das wäre
die Wahrheit, wenn wir nicht, abgesehen von den Strassenkämpfen, für die
notwendige Organsation gesorgt hätten, die eine langlebige Bewegung
benötigt: Lagerräume für die geplünderten Sachen, die Krankenstationen
um unsere Verwundeten zu versorgen, die Medien, um unsere eigene Presse
zu veröffentlichen, unsere Radiostationen, unsere Kinos, unsere Leben.

In ganz Europa zittern die Regierungen. Sicherlich ist das, was sie am
meisten erschreckt nicht das Lautwerden auf den Strassen, was sich auf
lokaler Ebene reproduziert, sondern die Möglichkeit, dass die westliche
Jugend einen gemeinsamen Grund findet und sich erhebt, um dieser
Gesellschaft den Todesschlag zu verpassen.
Dies ist ein Ruf an alle die ihn hören:
Von Berlin nach Madrid, von London nach Tarnac, alles ist möglich.
Die Solidarität soll sich in Komplizenschaft verwandeln. Die
Konfrontationen müssen sich ausdehnen. Die Kommunen müssen ausgerufen
werden.
Damit die Dinge nie wieder werden wie zuvor. Damit die Ideen und die
Praktiken die uns verbinden sich in einen wirkichen Fortschritt verwandeln.
So dass wir weiterhin unregierbar bleiben.

Einen revolutionären Gruß an alle Kameraden auf dieser Welt.
An alle Gefangenden: Wir werden euch befreien!

Quelle: Indymedia Barcelona:
http://barcelona.indymedia.org/newswire/display/360578/index.php

Übersetzung: Paula

Source: http://de.indymedia.org/2008/12/237414.shtml